Gewerkschaft fordert Öffnungsperspektive für Hotels und Gaststätten

Einbruch im Tourismus: 60 Prozent weniger Gäste im Kreis Erding

Corona sorgt für Einbruch im heimischen Tourismus: Den Landkreis Erding haben im
vergangenen Jahr nur noch rund 368.000 Gäste besucht – ein Minus von 60 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen sank um 53 Prozent auf 654.000. Das
teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf
aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts. „Das Gastgewerbe erlebt eine historisch
einmalige Krise, die auch die Beschäftigten mit voller Wucht trifft. Jetzt müssen Bund und
Länder endlich einen Plan vorlegen, wie es im März weitergehen soll“, so Georg Schneider,
Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Am 3. März verhandeln
Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über Lockerungen der
aktuellen Corona-Maßnahmen.


„Hotels, Pensionen, Biergärten und Restaurants sind schon seit Anfang November
geschlossen. Wenn die Politik jetzt keine Öffnungsperspektive bietet, droht vielen Betrieben
das Aus und den Beschäftigten Arbeitslosigkeit“, betont Schneider. Auch für die Zulieferfirmen
müsse es Planbarkeit geben. „Von der Apfelschorle im Restaurant über den Eimer
Mayonnaise in der Hotelküche bis hin zur Torte im Café – etliche Betriebe sind eng mit dem
Gastgewerbe verwoben. Ihre Beschäftigten müssen teils seit vielen Monaten mit dem
Kurzarbeitergeld auskommen.“

Entscheidend für Öffnungen seien dabei einheitliche Auflagen und detaillierte
Hygienekonzepte in den Betrieben. Der Hotel- oder Restaurantbesuch dürfe unter keinen
Umständen zum Infektionsherd werden. „Die Beschäftigen haben bereits im letzten Sommer
gezeigt, dass sie geeignete Hygienekonzepte optimal umsetzen können, um sich zu schützen
und den Gästen ein sicheres Restauranterlebnis zu ermöglichen“, so die NGG.
Viele Hotels und Gaststätten könnten auf bewährte Maßnahmen zurückgreifen, um das
Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Die Firmen müssten neben den Gästen auch
das Personal bestmöglich schützen. Dazu gehörten unter anderem kostenlose FFP2-Masken
für Beschäftigte und die Einhaltung der vorgeschriebenen Arbeitszeiten.


Zugleich sieht die Gewerkschaft die Politik in der Pflicht, die Einkommenseinbußen der
Beschäftigten in Kurzarbeit auszugleichen. „Wer das Gastgewerbe über viele Monate schließt,
muss auch die Folgen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedenken. Wir brauchen
dringend ein Mindest-Kurzarbeitergeld von 1.200 Euro im Monat“, so Schneider. Selbst wenn
Hotels und Gaststätten schrittweise wieder öffnen dürften, sei ein Großteil der Beschäftigten
noch monatelang auf das Kurzarbeitergeld angewiesen. Ohne eine Aufstockung kämen die
Menschen damit aber nicht länger über die Runden.

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