Streik bei Käseproduzent Alpenhain

Produktion im Pfaffinger Werk ruht ab Donnerstagmorgen

Beschäftigte bei Käsehersteller
Alpenhain treten in 24-Stunden-Streik

 

Ausstand bei Alpenhain: Der Arbeitskampf beim oberbayerischen Käsehersteller geht in die nächste Runde. Am morgigen Donnerstag ab 5.30 Uhr [f. d. Red. 5. September] tritt die Belegschaft im Pfaffinger Werk in einen 24-stündigen Streik. Damit wollen die rund 450 Beschäftigten den Druck auf den bundesweit bekannten Hersteller von Obazda, der auch McDonald’s mit Käseprodukten beliefert, erhöhen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit.

 

Die NGG Rosenheim-Oberbayern spricht von einer „letzten Chance für Alpenhain“. Sollte sich das Unternehmen weiterhin weigern, über einen Haustarifvertrag für die Mitarbeiter zu verhandeln, drohe ein unbefristeter Streik, so Gewerkschafter Manuel Halbmeier: „Die Beschäftigten sind sauer. Während ihre Branchenkollegen bei Meggle oder Bauer längst zu tariflichen Standards arbeiten, ziehen sie hier bei Arbeitszeit, Urlaub und Bezahlung den Kürzeren.“ Besonders brisant: Alpenhain will nach Informationen der NGG ein „Streikbrecher-Geld“ von 250 Euro zahlen, um so die Mitarbeiter vom Arbeitskampf abzuhalten.

 

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 100 Millionen Euro zählt Alpenhain zu den größten Herstellern von Obazda, Grillkäse und Back-Camembert. „Obwohl sogar McDonald’s von seinen Lieferanten verlangt, Löhne und Arbeitsbedingungen mit der Gewerkschaft auszuhandeln, sperrt sich Alpenhain seit Jahren gegen Gespräche“, kritisiert Halbmeier. Hinter Molkereiprodukten stecke eine harte Arbeit im Mehrschichtsystem.